Seit Jahren begleite ich Menschen in Veränderungen,
und es waren eigentlich immer zwei wesentliche Merkmale,
die dazu führten, dass es ein gutes Ende hatte:
Ich hatte Zeit und ich war offen für deinen Weg.
Manchmal sagt die Medizin oder die Erfahrung: Wir können nichts mehr tun. Wir haben gerde keine weitere Idee. Das, was wir noch machen können, ist nicht heilen oder therapieren oder Ändern, sondern wir können nur noch Sein. Ich kann mir die Zeit nehmen, und mit dir zusammen aushalten. Und manchmal entsteht daraus eine Idee, ein Keimling. Aber immer entsteht daraus eigentlich ein gutes Feld, ein besseres Aushalten, weil jetzt keine Erwartungen enttäuscht werden, wir erwarten ja nichts, wir sind nur da in dem, was ist.
Das klingt jetzt beim Schreiben ganz esoterisch, aber so bin ich glaube ich nicht. Ich fühle mich oft eher so als geerdeter Bauernjunge, der die Muße hat, zu schauen und zu verstehen. Und weil ich nichts erwarte, und eigentlich nur da bin, ich ausweglose Situationen wie beispielsweise ME/CFS stützend begleite, sehe ich Entlastung oder Abkürzungen oder einfach nur ein klein wenig Besserung.